Phakinee

ภคินี ดอกไม้งาม

Was ist Thai-Buddhismus?

Barend Jan Terwiel (links) Anfang 2009 anläßlich der Rückgabe eines Pali-Manuskriptes durch einen deutschen Sammler im Gespräch mit พระราชสุตกวี Phra Rat Suttakawi, dem Abt des Wat Mahan (Thanon Tanao, Bezirk Phra Nakhon) in Bangkok. [Bild © hmh.]

Im Wat Mahan in Bangkok 2009.

Barend Jan Terwiels Monks and Magic ist eines jener we­nigen wissenschaftlichen Bücher, die nie veralten werden. Wer sich für die Religion der Thais interessiert, darf auch andere Bücher lesen, aber Monks and Magic ist meiner Meinung nach dafür so unentbehrlich wie Der Wohlstand der Nationen für einen Volkswirtschaftler oder Die Entstehung der Arten für einen Biologen. Vor eineinhalb Jahren erschien diese 40 Jahre alte Pflichtlektüre für alle, die sich ernsthaft für die Glaubenswelt der Thais interessieren, völlig neu bearbeitet, aktualisiert und ergänzt.

Der jetzt in Berlin lebende Anthropologe Terwiel war bis zu seiner Emeritierung 2007 Professor für Thai und Lao Sprachen und Literaturen am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg. Mit seiner seit den 1960er Jahren recherchierten und 1972 angenommenen Doktorarbeit hat er ein schon fünfmal nachgedrucktes Standardwerk über den „Thai-Buddhismus“ geschaffen. Es wird schon deshalb nicht mehr zu ersetzen sein, weil es das ländliche Thailand, in das Terwiel vor einem halben Jahrhundert eintauchte, mit seiner damaligen religiösen Ausprägung heute nicht mehr gibt.

Wie es entstand, wäre selbst schon ein Buch wert: 1962 wurde Terwiel als niederländischer Rekrut aus West-Neuguinea evakuiert. Sein Rückflug war um genau eine Person überbucht. Er trat freiwillig zurück, was ihm einen ungeplanten Aufenthalt in Bangkok bescherte. Terwiel: „Ich mußte dort ein paar Tage auf den Anschluß warten und nutzte die Zeit. Zufällig traf ich diese nette Studentin von der Thammasat Universität. “

Es war der Beginn einer Freundschaft, die ein Leben lang hielt (die Frau starb schon vor 20 Jahren), obwohl beide unterschiedliche Wege gingen. Terwiel studierte Anthropologie, Buddhismuskunde und Pali in Utrecht. Einer seiner Professoren war der unorthodoxe Robert van Gulik. Der gab ihm einen Thai-Sprachlehrgang mit Schellackplatten, die sich Terwiel auf einem Grammophon für 78 Umdrehungen pro Minute anhörte. Mit seinem Abschluß gewann er ein Stipendium der Australischen Nationalen Universität in Canberra mit Gelegenheit zu Feldstudien in Thailand.

Durch Vermittlung seiner Freundin und ihrer Tante als Sponsorin (Terwiel nennt sie „meine thailändische Großmutter“) gelang es ihm, als bis heute einziger Ausländer für die Dauer einer „Regenzeit“ (die Zeit, in der die Mönche das Kloster nicht verlassen, in seinem Fall dauerte das knapp über sechs Monate) in das Wat Sanchao, einen ländlichen Tempel bei Ratchaburi, aufgenommen zu werden. Dem Leben als Mönch schlossen sich weitere sechs Monate im Dorf seiner „Großmutter“ an. Nach einem Jahr Unterbrechung ging Terwiel abermals für vier Monate zu den Abschlußrecherchen nach Thailand. Diese unternahm er mit einem jungen Thai, Somkhuan Sutthichai, als Assistenten.

สมควร สุทธิชัย Somkhuan Sutthichai im Jahre 1984 [Bild: Sammlung Terwiel]

Somkhuan Sutthichai

Somkhuan war ebenfalls Mönch im Wat Sanchao gewesen. Terwiel hatte ihm im Gegenzug für seine Hilfe das Photographieren beigebracht und ihm eine Kamera geschenkt. Sie blieben in Kontakt (Terwiel bewahrt tausende Photos von Somkhuan auf, die hauptsächlich anläßlich religiöser Zeremonien und Ereignisse gemacht wurden), und als er ihn 2010 bei den Recherchen zur jüngsten Auflage des Buches wieder traf, blickte sein Freund auf eine erfolgreiche Karriere als landesweit bekannter Pressephotograph zurück.

Terwiel erinnert sich an den Beginn seiner Recherche: „In meinem Studium hatte ich gelernt, daß es in Thailand den Buddhismus, aber auch Animismus und Brahmanismus nebeneinander gäbe. So stand es in den Büchern. Für den Brahmanismus beschrieb man die Rituale, zum Beispiel den ersten Haarabschnitt des Kindes. Was den Animismus betraf, ging es vor allem um den verbreiteten Geisterglauben. Und beim Buddhismus glaubt natürlich jeder Bescheid zu wissen; denn es geht ja sicher um ‚die vier edlen Wahrheiten‘ und den ‚achtfachen Pfad‘, nicht wahr? So lehrte es schon Max Müller, der den Buddhismus in Europa bekannt gemacht hat.“

Für seine Doktorarbeit wollte Terwiel in einem thailändischen Dorf nachforschen, wie diese drei unterschiedlichen Religionen gleichzeitig praktiziert werden, und wo die Abgrenzungen waren. So lautete die Beschreibung seiner Feldstudie. „Ich nahm die sich mir durch den Familienanschluß bietende einmalige Gelegenheit mit beiden Händen an. Als buddhistischer Mönch konnte ich mein Thema in Ruhe studieren und gleichzeitig eine sinnvolle Rolle im Dorf einnehmen.“

Terwiel war der erste Farang Bettelmönch (Thai-Sanskrit: ภิกษุ phiksu, Thai-Pali: ภิกขุ; phikkhu) in der Provinz. Eine Attraktion: „Hunderte Schaulustige haben mich befragt. Wenn eine Familie oder eine Gruppe eine Zeremonie durchführen mußte, wurde ich stets dazu eingeladen: Haussegnungen, Kremationen, Kranke besprenkeln, Erntefeste, Regenmachen, Tätowieren, Gelübde abnehmen. Das war mehr als sechs Monate lang meine regelmäßige Abwechslung vom täglichen Essensammeln, Meditieren, Studieren, und Pali Texte auswendig lernen.“

Barend Jan Terwiel vor einigen Jahren im Gespräch mit einem Mönch im Wat Lat Krabang in Bangkok vor einem Abbild von พระสังกัจจายน์ Phra Sangkatchai, einen der berühmtesten Jünger Buddhas. [Bild © hmh.]

Im Wat Lat Krabang.

Schnell wurde ihm dabei eines klar: „Mein ursprüng­liches Thema war barer Unsinn: es gab im Dorf gar keine Abgrenzungen zwischen Brahmanismus, Buddhismus und Animismus. Und kein Mensch wußte, was der „achtfache Pfad“ ist. Was es gab, war eine lebendige Religion, in der über Jahrhunderte hinweg buddhistische Elemente und Brahmanische Riten in einer animistischen ‚Suppe‘ zum Eintopf geworden waren.“

So entstand Monks and Magic, das 1976 nach einer gründlichen Bearbeitung erstmals als Buch erschien. Eine zweite Auflage kam 1979 heraus, die dritte 1994 (nachgedruckt 2001), die bisher letzte schließlich, erneut gründlich überarbeitet und verbessert, 2012: Fünf Nachdrucke einer wissenschaftlichen Arbeit in einem vergleichsweise überschaubaren Fachbereich über einen Zeitraum von 40 Jahren.

Wertvoll finde ich in diesem Buch nicht nur die Beschreibungen und Erklärungen religiöser und pseudoreligiöser Rituale und Glaubensinhalte. Monks and Magic ist ein Werk, das überhaupt Erklärungen für die Lebenswelt der Thais anbietet, und das bis heute.

So werden etwa genau die – nicht nur religiösen – Rituale beschrieben, denen so gut wie jedes thailändische Kind unterworfen wird: Fast jedes Kind in der Umgebung von Wat Sanchao war zum Beispiel schon im Alter von weniger als einem Jahr in der Lage, die üblichen Höflichkeitsgesten zu produzieren und die gesellschaftlich verlangten Respekts- und Unterwerfungspositionen einzunehmen (Seite 49). Ebenso interessant ist es für den Leser, wenn Terwiel erläutert, ab welchen Alter und in welchen Details sich die Erziehung der Mädchen und Jungen unterscheidet (50) und inwiefern im Rahmen der Erziehung zu Respekt und Gehorsam gegenüber Eltern, höhergestellten Personen, dem König, der Religion und der Staatsmacht erstaunliche Parallelen zwischen der religiösen und nationalistischen Erziehung bestehen (58).

Daß einige der zahlreichen Geister vorgestellt werden, ist zu erwarten (53). Man erfährt von den allgegenwärtigen phi ban, den Geistern der Vorfahren, die oft harmlos sind, aber argwöhnisch darüber wachen, was ihre Nachkommen oder Nachfolger mit ihrem einstigen Besitz anstellen. Man liest von dem berühmten phi krasue, der sich von Fäkalien ernährt und in keinem ordentlichen Thai-Horrorfilm fehlt, bis zu den abscheulichen phi taihong, deren schlimmste Variante dann entstehen kann, wenn eine Frau während der Schwangerschaft oder bei der Geburt stirbt.

Breiten Raum nimmt die Schilderung der Herstellung und des Vertriebs der allgegenwärtigen Amulette und Abbildern berühmter Mönche, des Buddha oder gar von früheren Königen ein, sowie die Gründe für deren individuellen Gebrauch (76); ebenso geht es ausführlich um den Eintritt ins Kloster und das Verlassen desselben; um Sexualität, Homosexualität und Lüge (110); religiöse Tätowierung, heranwachsende Jugend, Partnerwerbung, Familiengründung, Hausbau, Alter und Tod. Aufschlußreich auch der Abschnitt über das Verhalten der Mönche gegenüber Frauen und die Stellung der Frauen im Umfeld der Mönche (245). Dem Weiblichen begegnet man auch im Sangkha des Thai-Buddhismus – wie im Klerus der meisten Religionen – nicht auf Augenhöhe: Selbst dann, wenn er einen Hund berührt, sollte sich ein Mönch möglichst erst vergewissern, daß es ein Rüde ist (112).

Für viele Leser überraschend werden die Abschnitte sein, in denen über lotteriespielende Mönche (128) oder über die animistische Weltsicht berichtet wird, die bestimmten religiösen Gebräuchen zugrunde liegt. Zum Beispiel den „guten Gründen“ dafür, Frauen vom Großteil der wichtigen religiösen Praktiken und überhaupt vom religiösen Wissen auszuschließen (263). Dazu sei hier nur soviel verraten: Die Menstruation spielt für gläubige männliche Thais eine überaus bedeutende Rolle. Zum Beispiel kann Menstruationsblut auf eigentlich stark wirksame Amulette und Tätowierungen nach verbreitetem Wissen eine fatale Wirkung entfalten…

Wat Sanchao in den 1970er Jahren. [Bild © Sammlung Terwiel]

Wat Sanchao in den 1970er Jahren.

Einen ausführlichen Rückblick verbindet der Autor mit einer Fortschreibung seiner Studie. Ebenso wurden zahlreiche Bilder, die während der Feldstudie in den 1960er Jahren entstanden sind, neu eingefügt. Die jüngste Auflage darf man deshalb auch denjenigen empfehlen, die bereits eine frühere Auflage gelesen haben. Alle religiöse und sonstige wichtige Begriffe sind nun auch in Thai-Schrift einschließlich der offiziellen Übertragung nach RTGS in den Text eingefügt worden.

In einem siebenseitigen Glossar werden die verwendeten religiösen Begriffe nochmals im Zusammenhang erklärt. Das Literaturverzeichnis wurde ebenfalls über die seinerzeit verwendete Literatur hinaus fortgeschrieben und selbst das Register bietet auch dann immer wieder neue Entdeckungen, wenn man das Buch schon dreimal gelesen hat.

Monks and Magic ist eines derjenigen Bücher über Thailand, das der ernsthaft am Thema interessierte Leser garantiert mehr als einmal lesen wird. Es ist zu einem unentbehrlichen Nachschlagwerk geworden, das in meinem Bücherschrank zusammen mit wenigen anderen stets griffbereit direkt am Schreibtisch neben den Wörterbüchern im Regal steht. Das ist die höchste Ehre, die ich einem wissenschaftlichem Buch vergeben kann.

Barend Jan Terwiel: Monks and Magic. Revisiting a Classic Study of Religious Ceremonies in Thailand. Fourth Revised Edition. Copenhagen: NIAS Press, 312 Seiten, ISBN 978-87-7694-101-7, £19.99.

Monks and Magic

Barend Jan Terwiel: Monks and Magic. Revisiting a Classic Study of Religious Ceremonies in Thailand. Fourth Revised Edition. Copenhagen: NIAS Press [Nordic Institute of Asian Studies] 2013 [2012], 312 Seiten, broschiert ISBN 978-87-7694-101-7, £19.99, Preis in Deutschland ab ca. 28 Euro.

In Amerika ist das Buch bei University of Hawaii Press erschienen ($ 32).

Für Südostasien ist eine eigene Ausgabe bei Silkworm Books erschienen (Katalogpreis 850 Baht). In Bangkok ist das Buch bereits ab 765 Baht zu haben, zum Beispiel bei Chulabooks.

23 Antworten zu Was ist Thai-Buddhismus?

  1. Jürgen Thielmann says:

    Gibt es das Buch auch in thai oder deutscher Übersetzung?

    • Cotting Lothar says:

      Gibt es diese Buch auch in Deutsch. Wenn ja wo kann ich das bestellen. Falls nicht in Deutsch in Englisch.

      Vielen Dank
      Lothar Cotting aus Thailand

  2. Baas Terwiel says:

    In Thailand gibt es verschiedene Orte, wo man es bestellen kann, z. B. beim Verlag Silkworm Books (Chiangmai) oder auch bei Asia Books in Bangkok (850 Baht).

    In Europa kann man über jede gute Buchhandlung oder auch direkt über NIAS (http://www.niaspress.dk/page/ordering/) bestellen, oder natürlich, wenn man auch gebrauchte Exemplare nimmt, über ABE Books oder Amazon. Ich glaube, dass NIAS auch eine EBook Version anbietet.

    Bis jetzt gibt es das Buch nur auf Englisch. (Eine gekürzte Version erschien vor vielen Jahren auf Niederländisch unter dem Titel Boeddhisme in de Praktijk.)

    Zweimal habe ich (viele Jahre her) positiv reagiert auf Anfragen, um es ins Thailändische und auf Französisch zu übersetzen, aber seitdem nichts mehr gehört.

    B. J. T

  3. Zeisix says:

    Ich habe das Buch schon, aber ich will kurz anbringen, wie bemerkenswert ich es finde, daß sich der Autor nicht zu schade ist, die Rezension seines Buches nicht nur zu lesen, sondern sogar sofort offene Fragen zu klären.

    Lieber Professor Terwiel, ich wünsche mir, daß Sie noch viele interessante Bücher, Aufsätze und Vorträge veröffentlichen werden und wünsche Ihnen (auch) deshalb alles Gute, vor allem Gesundheit und Glück.

    K. G.

  4. Bernd Blum says:

    Muu Tii 1, 23.07.2014
    Sehr geehrter Autor
    Ausgehend von den Buchbesprechungen kann ich dem Buch “Monks and Magic“ nichts abgewinnen. Gerade in der jetzigen schwierigen Zeit Thailands des patiruup sangkhom durch die Militärregierung unter der Leitung von General Prayuth Chan-o-Schaa, währe ein hohes Maß von Fingerspitzengefühl angezeigt. Stattdessen wird ein sog. Thai-Buddhismus samt Thailändern wie ein Versuchsobjekt aus dem Zoo unter dem Fokus verzerrend der Lächerlichkeit der westlichen Welt preis gegeben. Die Ablehnung des Militär-Putsches thailändischer Generale durch die westliche Welt, wie Europa, Amerika, Australien findet Nahrung durch das Buch. Wie kann einem Land vertraut werden, eine bestehende, scheinbare demokratische, Regierung des Thaksin-Regimes durch Militärputsch ihres Amtes zu entheben, das noch so tief im Geisterglauben und einer „Glaubenssuppe“ von Thai-Buddhismus, Animismus und Brahmanismus verwurzelt ist?. Eine fatale Einstellung des Autors gegenüber dem heutigen Thailand, auf seinerm schwierigen Weg zur international anerkannten Demokratie.
    19.07.14 7:02 – TIP Online (Thailand)
    Prayuth bittet um weltweite Akzeptanz
    pp Bangkok. Bei seiner wöchentlichen Fernsehansprache am Freitagabend hat der Junta-Chef Prayuth-Chan-Ocha an die internationale Gemeinschaft appelliert, Thailand wieder auf der Weltbühne willkommen zu heißen.

    Und mit welchem Engagement wurde das vom thailändischen Volk bisher Erreichte erkämpft, angefangen bei den friedlichen und gewaltfreien Demonstrationen unter der Leitung von Khun Suthep Thüaksuban. Mit friedlichem Protest hat er erreicht, daß die korrupte, von Vetternwirtschaft durchzogene Regierung des Shinawatra-Clans zurücktreten mußte, bishin zu dem jetzigen Stand durch die Militär-Regierung. Erst gestern am 22.7. wurde vom Koenig King Bumipol Aduljadät die Übergangsverfassung bestätigt.
    Das ist das jetzige Thailand!
    Nicht das der Geister, Amulette, Zauber, Brahmanen und Hindu-Götter des Herrn Prof. Terwiel’s.
    Ich kann nur an den Autor appelieren seine Reklame für das Buch “Monks and Magic“ unverzüglich einzustellen und zu beenden wegen dem andernfalls für Thailand daraus zu befürchtenden internationalen Schadens seines Ansehens.

    Mit frreundlichen Grüßen

    Bernd Blum

  5. Randbemerker says:

    Randbemerkung:

    Wurde nicht der Fluch des Thaksin auf dem Regierungsgebäude von einem von der PDRC herbeigerufenen Brahmanen ausgetrieben?

    Freute sich nicht ein gewisser „Yon“alist mehrfach auf seiner FB-Seite, dass der Phra Phrom sich nicht verfärbt hat?

    Wurde nicht einer der Vorgänger von der PAD durch seinen angeordenten „Pampers-Voodoo“ am Royal Plaza berühmt, kurz bevor der Flughafen blockiert wurde?

    Und war da nicht noch diese völlig pazifistische Einstellung der PDRC zu Verkehrsbegrenzumgspfosten? (Stichwort: the holyaholy khruai“)

  6. Frank Schneehage says:

    Sehr geehrter Herr Blum,

    Sie wurden In einer Kultur sozialisiert, die dem Aberglauben anhängt, bedruckten Scheinen wohne ein erstrebenswerter magischer Wert inne, der uns tägliche Erwerbsarbeit verrichten lässt und den Lohn in tempelartigen Gebäuden zur Verwahrung abgibt. Deren Mitarbeiter verrichten geheimnisvolle Wert-Transfer-Rituale , die mit einer unleserlichen Unterschrift auf magische Weise faktisch werden. In dieser Gesellschaft entsteht den Menschen ein psychologisch nachweisbares, aber völlig irrationales Glücksgefühl, wenn Ihnen plötzlich sehr viel von diesen bedruckten Scheinen zugeteilt wird.

    Das an sich wäre schon Grund genug unsere Lebensweise lächerlich zu finden insbesondere, wenn die vermeintlich wertvollen Ergebnisse dieser Lebensweise auf so unglaublich kreative Weise geschaffen und gleichzeitig wieder zerstört werden können. Auch verteilen wir die Früchte unserer Lebensleistung in unerschütterlichem Glauben an Institute, die uns künftige Sicherheit versprechen.

    Wir glauben dies alles sei gottgefällig. Niemand würde wegen der rezenten Finanzkrisen oder bestehenden bzw drohenden Demokratiedefizite in unserem Land die religionssoziologischen Einsichten Max Webers für politisch unangemessen halten.

    Grundlegende Einsichten und tieferes Verständnis für Kulturen erheben sich ja gerade über die Tagespolitik.

    Sie scheinen von der Urteilskraft der von Ihnen angeführten „westlichen Welt, Europa, Amerika, Australien“ nicht viel zu halten, wenn Sie denen nach Lektüre einer wissenschaftlichen Untersuchung eine Abkehr von Thailand zutrauen, täten sie dieses, hätte es andere Gründe, die aus Interessenpolitik gespeist werden.

    Ihre Kritik insinuiert die Bitte Thailands um Aufnahme in die westliche „Wertegemeinschaft“ . Ist das wirklich so? Auch die Thai haben gute Gründe dem westlichen Demokratieexport zu misstrauen, nachdem sie die Ergebnisse in Afghanistan, Irak oder im Maghreb beobachten durften.

    Ich glaube Sie müssen wirklich keine Angst haben, dass sich der Westen nach der Lektüre des Buches von Prof. Terwiel naserümpfend von Thailand abwendet.

    Insofern kann ich Ihre Kritik gegen das Werk von Prof. Terwiel, das ich mir nun sofort bestellen werde, nicht akzeptieren, gleichwohl verstehe ich, dass es Ihnen im Grunde um die Respektabilität Thailands vor der Völkergemeinschaft geht, aber in Ihrem Beitrag attackieren sie den Falschen! Herr Blum, hören Sie sich Prof. Terwiels Vorträge an und Sie werden versuchen, keinen mehr zu verpassen.

    Herzliche Grüße

    Frank Schneehage, Hamburg

  7. Walter Roth says:

    Blum…
    Das Märchen, oder, sollen wir sagen: Paradox einer „Diktatur der Mehrheit“ haben wir im ST damals oft diskutiert. Gerade das wird oft von Leuten vorgebracht, die keine vernünftigen Gründe gegen die mehrfach frei gewählten Regierungen der Phuea-Thai in Thailand vorzubringen wussten. Es sind in der Regel einfach nur Leute die ihre Aversion gegen Thaksin pflegen wollen.

    Demokratie heisst in seiner Urbegrifflichkeit: ein Wähler eine Stimme. Da das aber nicht genügt stellt man einer demokratischen Staatsform immer eine Verfassung zur Seite. Dies, damit eben keine Diktatur der Mehrheit eintritt, sondern die Macht der Mehrheit gegenüber den Minderheiten beschränkt wird.

    Bei den alten Griechen war das Problem bereits bekannt, weshalb sie nicht jeden wählen liessen, sondern nur die besitzenden 10 % ihres Volkes, den Demos. Aus weiteren ca. 20% des Volkes, den Waffenträgern, ergab sich das Aufstiegspotential in den Demos. Aus dem Volk, im alten Griechenland Ochlos genannt, in den Demos, also das Bürgertum aufzusteigen war möglich, aber erforderte viel Tüchtigkeit und Einsatz für das Gemeinwesen, im Krieg beispielsweise oder als Handwerker mit besonderem Talent.

    Heute ist das Gerechtigkeitsempfinden ein anderes, weshalb man die Rechte gleichmässiger verteilt und dafür eine Verfassung schafft die ausgleichend wirken soll. In Thailand wird gerade die Verfassung abgeschafft und durch eine Art von Militärverordnung abgelöst, und diese unterbindet jede Art von Demokratie vollständig. Thaksin hätte man einfach „nicht wieder wählen“ können und fertig.

    Prayuth wird man nicht mehr abwählen können, nur er selber wird sich noch aus dem Amt bewegen können, wann und wie immer er es für richtig erachtet. Der König könnte das gemäss den 49 Regeln Prayuts auch noch tun, aber kann der sieche Mann denn überhaupt noch auf etwas einwirken?

  8. Walter Roth says:

    Um auch noch was zum Thema zu schreiben:

    Wenn wir in Thailand in den Ferien sind, wird immer auch der verstorbenen Grosseltern gedacht. Am Freitag Abend kommen im Dorf unmittelbar neben Bangkok immer 9 Mönche ins Haus unserer Familie. Es wird die übliche Zeremonie abgehalten, man kann es Segnen und Beten nennen, und zum Schluss, wenn die Mönche gegangen sind, essen alle zusammen viel und lange. Dann wird bis spät in die Nacht nochmals viel und ganz verschiedenes Essen zubereitet.

    Am Samstag Morgen kommen die 9 Mönche erneut zum Beten, dann essen sie die vorbereiteten Speisen und segnen noch einmal. Sind sie gegangen, wird alles was noch da ist – und meist ist das der grössere Teil des reichlich vorhandenen –, von den Gästen aufgegessen oder mit nach Hause genommen. Dann – und nun kommt der hier interessantere Teil –, geht man zur Mae Mot, das bedeutet auf Thai in etwa so viel wie „Hexe“, trifft es aber doch nicht ganz.

    Denn diese Frauen sind eher eine Art von Medizinfrauen mit wahrsagerischen Ambitionen. Von ihr erbittet man sich vor allem Glück für die Gesundheit, Leben, das Lottospiel und die Verstorbenen. Sie empfangen uns dann meist in einem alten, ansonsten unbewohnten Thaihaus aus Holz und haben dort neben dem obligaten Buddha vielerlei merkwürdigen Krimskrams aufgestellt. Immer mit dabei auch Parfüms und Schnaps. neuerdings auch gerne ein Kirsch den ich aus der Schweiz jeweils mitbringe.

    Sie führen bei ihrer Zeremonie jeweils eine Art von Tanz auf bei deren Verlauf sie auch noch in „Trance“ verfällt, immer assistiert von ihrer Schülerin, die allerdings auch schon sicher 60 Jahre zählt.

    Gesprochen wird bei der Sache übrigens eine Sprache die niemand im Dorf mehr kennt, man munkelt es sei noch ein Khmer-Dialekt aus längst vergangenen Zeiten, sprich aus der Zeit als die Gegend von Zuwanderern aus Kambodscha besiedelt wurde. Die Grosseltern meiner Frau wurden beide sehr alt, der Grossvater 90 und die Grossmutter 88, beide über 70 Jahre verheiratet. Das Alter der beiden wusste man recht genau weil sie beide an markanten Tagen geboren wurden. Sonst wissen die alten Thais aus den Dörfern ja oft ihren Geburtstag nicht.

    Nun, jedenfalls gehört der Besuch bei den „Mae Mot“ ganz selbstverständlich zum Ablauf dieser Gedenkfeiern dazu, ohne das wäre es nicht vollständig. Ja, es wurde schon immer so gemacht. Dort auf dem Dorf, wo die Mönche noch nicht im Luxus schwelgen, keine Zimmer mit Klimaanlage haben und sie mehrheitlich noch gertenschlank sind, dort ist das Verhältnisse zu den Mönchen noch ungebrochen, wenn man aber auch dort bei den grossen Zeremonien fast zu 2/3 Frauen antrifft.

    Die Thais die ich dort traf, wissen, dass das eine oder andere … „eigentlich“ nichts mit Buddhas Lehren zu tun hat, aber es gehört dazu und selbst die Mönche praktizieren es ganz selbstverständlich mit.

  9. Bernd Blum says:

    Muu Tii 1, 26.07.2014
    Sehr geehrte Herren,
    vielen Dank für Ihre Stellungnahme, die ich mit Interesse las.
    Ich nehme mal an, daß Sie Ihre „Kürzelweisheiten“ nicht aus der täglichen Berichterstattung des thail. Fernsehens bezogen haben, sondern eher aus der westlich orientierten Presse Europas. Sie hätten dann zumindest den 30 Morden an den friedlichen und gewaltfreien Demonstranten ihre Achtung erweisen sollen, den 10 Suiziden verzweifelter Reisbauern, den über 800 Schwerverletzten und nicht einfach so flapsig tun, als wenn das nicht von mir aufgezeigt worden wäre. Selbst die fünf Morde an den Kindern bleiben von Ihnen unerwähnt. Stattdessen entwickeln Sie Sympathien für die Phüa Thai und das Thaksinregime. Nachweislich steht ja nun fest, daß von den mordenden Schlägertruppen, den kommunistischen „süa dääng“, Attentate verübt wurden und Bankbewegungen in Form von Geld- Wert-Transfer-Ritualen (von wegen der „bedruckten Scheine“) vom Konto Thaksin auf das Konto der Attentäter erfolgte. Wie kann man für solche Partei oder solch einen „Politiker“ auch nur den leisesten Hauch von Verständnis aufbringen. Ein Mensch der das thailändische Volk um hunderte von Milliarden THB betrogen hat, dem das politische Handwerkszeug Korruption, Vetternwirtschaft, Wirtschaftsbetrug, Wahlmanipulationen war. Das werde ich nicht verstehen. Wenn Sie meinen, daß man den Shinawatra-Clan samt Phüa-Thai (von Thaksin flugs gegründete Nachfolgepartei der verbotenen PPP(warum wohl?)) nur nicht mehr zu wählen braucht, um sie loszuwerden, dann irren Sie sich sehr. Wir hier in Thailand, die wir hier leben wollen, sind jedenfalls sehr froh, daß die Gewalt und das Morden der regierungsfreundlichen „ süa dääng“ durch das „pati ruup sangkhom“ (reformieren von Politik und Gesellschaft) des Militärs unter der Leitung von General Prayuth Chan-o-Schaa beendet wurde, daß die korruption, Vetternwirtschaft, Lug und Betrug und das Morden des Shinawatra Regimes der Vergangenheit angehoert. Jetzt werden Wege begangen, die in die international anerkannte demokratisch/ethische thailändische Gesellschaft einmünden. Das braucht Zeit! 15 Monate sind eher zu knapp bemessen. Erst gestern, 25.7. wurde die Nation in der Freitagsansprache von Prayuth Chan-o-Schaa über die weitere erfolgreiche Regierungsarbeit der vergangenen Woche Informiert. Ein Vorgang der unter dem Thaksin-Regime incl. seiner jüngeren Schwester Yingluck undenkbar gewesen wäre. Goennen Sie sich mal solch eine Berichterstattung mit engl. Untertiteln. Da bleibt nichts in der geschlossenen Hand verborgen. Beachten Sie bitte: für jede noch so geringe Unter-stützung ist Thailand dankbar, nicht für solche Negativreklame, wie sie das Buch von Prof. Terwiel bewirkt. Werde ich nicht verstehen. Ich halte den Mann für sehr intelligent. Warum handelt er so? Würde mich interessieren.
    In einem weiteren Punkt Ihrer Stellungnahme verfallen Sie in den selben Fehler wie der Autor: Auch Sie reden einem sog. Thai-Buddhismus mit seinen da zitierten Praktiken bis hin zur „Mä Mot“ das Wort. In Thailand gibt es aber keine Staatsreligion der Geister, Amulette, Zauber, Brahmanen und Hindu-Götter, oder die sich Thai-Buddhismus nennt. In Thailand wurde der Buddhismus der Theravada-Schule zur Staatsreligion erhoben, der Buddhismus des Pali-Kanons, wie er in der nach Buddhas Tod folgenden Regenzeit in Rajagaha von 500 bereits die Heiligkeit erreichten Moenchen als lebende Zeitzeugen Buddhas nach dem Prinzip der Zeugenbefragung kanonisiert wurde, im 1. Konzil zu Rajagaha. Da kann sich der Autor drehen und wenden wie er will, genau der Buddhismus der vier Edlen Wahrheiten, des Edlen achtfachen Pfades, den 227 Regeln der Moenche im Maha Vibanga und den weiteren Lehrreden, Auslegungen, Gleichnissen im kanonisierten Dhamma Buddhas, zusammengefaßt im Pali-Kanon, gesammelt im Tipitaka.
    Buddham – Dhammam – Sangham: die Drei Kleinodien: Buddha, der Erleuchtete, das von ihm entdeckte Gesetz und die nach seinem Gesetz lebende edle Jüngerschar.
    Der Autor hätte besser daran getan seine ganze Zeit, Kraft und Intelligenz als ordinierter, vollwertiger Moench, der den 227 Regeln unterlag und an den 14 tägigen Patimokkha Rezitationen teilgenommen hat, dazu einzusetzen, die Furcht der gläubigen Gemeinde (die nicht dem Sangha zuzurechnen ist) vor Geistern zu mindern, den Einfluß der „Mä Mot“ zu reduzieren. Statt dessen mißbraucht er sein Amt als vollordinierter Moench, ergibt sich in Feldstudien und diffamiert eine sehr wichtige Weltreligion, den Buddhismus, eine der friedliebensten Religionen überhaupt, mit den Ergebnissen seiner Feldstudien von Geister, Amulette, Zauber, Brahmanen und Hindu-Götter und einer „Glaubenssuppe“ von Thai-Buddhismus, Animismus und Brahmanismus. Bei dem Begriff Animismus, bin ich im Zusammenhang mit dem Buddhismus der Theravadaschule sehr vorsichtig. Den Begriff Seele gibt es im wahren Buddhismus nicht. Die Ich-heit ist leer. Es gibt kein ich, keine Seele. Das, was wir gerade eben vielleicht noch als ich bzw Seele bezeichnet haben, gibt es im nächsten Moment schon nicht mehr, hat sich schon wieder verändert, ist ein Anderes geworden.
    In philos. Ausdrucksweise, so lehrt Buddha, ist das Dasein ein bloßer Prozess von beständig wechselnden körperlichen und geistigen Phänomenen, und weder innerhalb noch außerhalb dieses Werdeprozesses ist irgend eine beharrende Ich-Einheit, Seele oder Persönlichkeit anzutreffen. Dieser Punkt wird gerne mit der Heraklit’schen Dialektik verglichen, in der es heißt:
    „Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen, denn wir sind es und sind es nicht und Man kann nicht zweimal eine ihrer Beschaffenheit nach identische vergängliche Substanz berühren, sondern durch das Ungestüm und die Schnelligkeit ihrer Wandlung zerstreut und sammelt sie wiederum und naht sich und entfernt sich.“ [Heraklit aus Ephesus (550 – 475 v. Chr.) (Buddha: 623 – 543 v. Chr.): Fragmente (91stes)]“
    Ebenso fehlt im A. jede Form eines religioesen Überbaues. Und der dritte Grund meiner Skepsis gegen den vom Autor gewählten Begriff des A., ist das Fehlen von Sakralbauten im Animismus. Thailand hat ca. 44.000 Tempelanlagen.
    Bemerkenswert, daß sein Buch, -Monks and Magic- nun in der 5ten Auflage, in der westlichen Welt solch reißenden Absatz findet, zum immerhin stolzen Preis von 28 Euro bis 32 Dollar. Vielleicht hat das ja in der aufgeklärten westlichen Welt mit unanständigem Voyeurismus zu tun? Oder bietet sich dem Abnehmerkreis nun endlich mal die Gelegenheit die eigene dunkle Seite von Animismus, Geistern, Amuletten, Zauberei Hexen und Übernatürlichem mit Hilfe des Buches und einem Touch Pseudo-Wissenschaft zu befriedigen?

    „Viel Elend, viel Erbärmlichkeit
    Wird offenbar sein in der Welt:
    Das Wort des Herrn, so klar erklärt,
    Das werden sinnlos trüben sie.“
    Theragatha, 17. Timsanipata, Vers 954

    Wenn sie ein wirklich gutes Buch über Buddhismus lesen wollen, wählen Sie das Buch von Prof. Dr. Rahula „Was der Buddha lehrt“ Es ist ein Buch von hohem moralischem, literarischem und akademischen Wert mit dem Ziel, das Dhamma zum Glück und Wohlergehen aller Menschen zu verbreiten. ISBN 974 – 00 – 6823 – 5. Oder Sie besuchen mal das Wat Raja-o-Rasaram, Khet Chomtong. Da koennen Sie es bei dem sehr ehrenwerten Pra Raja Patiphaan Soopon, oder wenn er nicht da ist, in der Uni-Bibliothek des Klosters erwerben. Eine weitere Moeglichkeit ist der Büchertisch im Wat Pra Gäo Moragot, dem großen Touristenmagnet, vor dem Eingang in das Bot mit seinem Nationalheiligtum, dem Smaragt-Buddha zum Preis von 350 THB und keine 1200 wie MM (Monks und Magics)

    Mit freundlichen Grüßen, auch an den Autor
    Bernd Blum

  10. Steen says:

    Das jetzt wieder beides zu vermengen, dass ist doch unsinn.

    Mit blumigen Grüßen,

    Steen

  11. Walter Roth says:

    Blum…

    Auch hier wieder die üblichen Propagandalügen der Antidemoktraten in Thailand. Diese Sichtweisen werden doch vorgetragen, um die Zustände in Thailand so belassen zu können, wie sie sind, denn… diejenigen, die Expansion wollen, wollen Thailand erhalten, wie es war und auch bleiben soll – und weiter davon profitieren.

    Dazu gehört nämlich auch, dasss es eben nicht zu einer gerechteren Situation für die mehrheitlich armen Thais kommt, denn gerade das hätte weitreichende Verteuerungen zur Folge, was auch dem Status der reichen Expats nicht gerade zuträglich wäre, ja sie verlören erhebliche Vorteile.

    Auch die billig verfügbaren Mädchen und Frauen aus dem Isan würden weniger und teurer werden… kurz, es würde sich einiges ändern und das wäre vielen Expats unangenehm. Heute kann in Bangkok ein Mittagessen mit einer Portion khao phat (gebratener Reis) stolze 250 Bäht kosten und das geht bis zum Sonntagsbrunch im Sheraton Hotel zu 3200 Baht pro Person. Eine Zahnpasta kann 150 Baht kosten, ein Cola 40 und einmal Suki essen 300 Baht pro Person.

    Das aber bei 300 Baht Mindestlohn für den in der Regel, aber nicht immer ungelernten Angestellten. Das erscheint mir ein geradezu perverses System zu sein, und das sage ich als weiss Gott kein linker Träumer. In Bangkok schlafen heute noch Menschen des Nachts auf den Strassen, während andere für einen Kaffee im Emporium an der Sukkumwit zum Frühstück 160 Baht bezahlen und Prayuth, einer der Mörder von der Ratchaprasong 2010 darüber nachdenkt, wie der das 30-Baht-Versicherungsschema vollends aushöhlen könnte.

    Und ausgerechnet auf der Ratchaprasong verkauft er seine Landsleute für derart dumm, gerade dort lässt er eines seiner „Thai-Happpiness-Festivals“ abhalten, gerade neben Wat Pathum wo die 25jährige Krankenschwester Kamolkade Akkahad beim Versorgen der Opfer jener Armeescharfschützen von seinen Schergen ermordet wurde. Dort fahren nun Tuk-Tuks umher, geschmückt mit prächtigen Gestecken und Blumengirlanden und beklatscht von Thai-Seifenoper-Darstellerinnen, die von Teenagern bestürmt werden, um ein Foto mit ihnen machen zu können.

    Ausgerechnet auf den Killing Fields eines Prayuth soll Thailand nun also feiern und vergessen. Nichts scheint in Bangkok zu billig, zm sich nicht auch noch für den fest installierten Faschismus herzugeben. Nur eines hat Prayuth dabei wohl nicht bemerkt, dort bei der Veranstaltung gab es so gut wie nur Thais der Mittelschicht, echte Vertreter der Rothemden waren nirgends zu sehen. Man könnte sagen, man war unter sich. Das ist also die schöne Welt, die um keinen Preis geändert werden soll… Wenn es nach ihnen geht, Blum.

  12. Walter Roth says:

    Nochmals zum Märchen vom „Regime Thaksin“:

    Ich erwähnte es schon einmal: Thaksin hätte man abwählen können, Prayuth kann niemand abwählen, was er auch tut. Der König könnte es, konnte so etwas aber seit 60 Jahren nie wirklich, und das weiss Prayuth, denn sonst würde er nicht genau den neuen Passus in seine 49 Regeln der Interims-Charta aufnehmen.

    Heute ist er zu gebrechlich, früher hatte er nicht den Charakter und nicht den Mut so etwas zu tun, so er es denn je gewollt hätte…? Thaksin schuf keine Diktatur der Mehrheit, sondern er bewegte das Land Richtung Demokratie. Natürlich war es noch keine echte Demokratie, sondern erst der Beginn einer besseren zukünftigen. Wie wir heute sehen, ist eine echte Demokratie bei der herrschenden Schicht in Thailand unerwünscht, ja schon der Versuch, sie zu erzeugen, wird mit den Waffen der Armee unterdrückt.

    Es ist Paradox, zu argumentieren Thaksin sein kein Demokrat gewesen, wenn man jede Form demokratischer Entwicklung gewaltsam unterdrückt. Und eine Demokratie kann Thailand nur werden wenn sie Gelegenheit bekommt, sich dahin zu entwickeln. Und eben das muss sie frei tun können.

    Sollten dabei Ungereimtheiten geschehen, so sind dafür die Gerichte zuständig. Wollte Prayuth die Demokratie, so würde er dafür sorgen das sich diese endlich von Bündnisszwängen losmachen könnte. Und zwar von denen gegenüber der Regierung, wie denen zur Monarchie. Das wäre das wichtigste Reformvorhaben überhaupt, naja, neben der Wiedereinführung der Verfassung von 1997. denn alle nach dieser sind nach Rechtsgrundsätzen gewaltsam abgeschafft worden, also ungültig.

    Gerade eine zuverlässige Rechtsprechung wäre der Anfang jeder demokratischen Verbesserung in Thailand und das zeigt sich auch in allen anderen Ländern, die heute eine Demokratie sind. Ohne das geht es nicht, es ist das Wichtigste von allem.

    Aber was macht Prayuth in der Angelegenheit? Ich sag’s ihnen, er wird nichts tun, denn diese Gerichte haben sein Verbrecherregime erst ermöglicht.

  13. Walter Roth says:

    Blum…

    Nun noch zu den Toten während der Anti-Demokratie Demonstrationen.

    Es sollte Ihnen ja nicht entgangen sein, dass beispielsweise jener Handgranatenwerfer, der von einer Überwachungskammera gefilmt wurde, wie er eine Granate auf einen Demonstrationszug von Suthep warf, später unter dessen eigenen Leibwächtern gesichtet und fotografiert wurde.

    Und erinnern Sie sich etwa nicht an die Aussage eines Taxifahrers was ihm geschah als er einen Verkehrskegel umfuhr? Heute sind alle diese Kegel hoch respektiert und werden mit einem sehr hohen Wai begrüsst… (((((-:

    Und haben Sie vergessen, was mit jenen zwei Menschen passierte, die von den Leibwächtern des Phra Phuttha Itsara gefangen genommen wurden, weil sie jene als Agenten der Red-Shirts verdächtigten?

    Ja richtig, sie haben doch ein Gedächnis, oder etwa nicht? Die wurden erst tagelang gefoltert und dann gefesselt in den Fluß geworfen. Der eine ertrank, der andere wurde zufälligerweise von einem gerade durchfahrenden Kahn gerettet und konnte die Praktikern dieser Leute offenlegen.

    Nun, damit aber nicht genug, denn es wurden am Rande der Demos noch mehrere Leichen in beschwerten Säcken aus dem Klongs geborgen.

    Aber sicher, Blum, das waren natürlich keine von den Gelben ermordete Menschen, nicht wahr, das war irgend was anderes, ein Zufall der wegen der abhängigen Gerichte wohl nie aufgeklärt wird, ebensowenig wie ein Suthep nie wegen eines Verbrechens vor Gericht kommt. Lauter interessante Zufälle eben…

    Dann gab es da noch den bekannten Fall jenes Obersten, den seine eigenen Leute verprügelten, und zwei Dutzend andere. Ich verfolge diese Dinge aufmerksam mit, diese Demos liefen nach altbewährten Mustern ab. Provokation mit jedem zur Verfügung stehendem Mittel und dazu mussten sogar die eigenen Leute herhalten.

    Diese Praktiken findet man bei ähnlichen Geschehnissen weltweit, denn Menschen, die solches tun … legen ihren dünnen Überzug von Zivilisation und Moral bei solchen Gelegenheiten oft sehr schnell ab und frönen statt dessen einem gewalttätigen Opportunismus.

  14. Walter Roth says:

    Zu den Opfern der Demonstrationen:

    Wenn wir uns die Opfer der Demos anschauen, so ist dabei eines ganz bemerkenswert, nämlich, dass die Regierung Yinglak in geradezu untypischen Weise – in für Thailand untypischer Weise –, sehr defensiv gegen vorging, so lange sie konnte, denn später wurden ihr von den voreingenommenen Gerichten die Handschellen angelegt und Suthep faktisch freie Hand gelassen.

    Es gab wohl noch keine Unruhen in Thailand, bei denen der Staat derart darauf bedacht war, keine Opfer zu erzeugen wie diesmal unter der Regierung Yinglak.

    Leider wurde ihr das bloss als Schwäche ausgelegt und in der Tat, es war Schwäche. Niemand auf der politischen Gegenseite kam auf die Idee, dass solches Handeln auch der Ausdruck einer menschlichen und demokratischen Grundhaltung sein könnte.

    So weit sind gewisse Kreise in Thailand einfach noch nicht.

  15. Baas Terwiel says:

    Lieber Herr Blum

    Ihre Reaktion auf Herrn Scheehage und Herrn Roth habe ich mit Aufmerksamkeit gelesen. Natürlich haben Sie Recht, im Buddhismus herrscht (idealiter) das Nicht-Selbst Prinzip, und die Exegese von großen Gelehrten bewundere auch ich.

    Aber ich bin mir nicht sicher, dass diese wunderbare Soteriologie auf das allgemeine Publikum und seine politische Zukunft übertragbar ist.

    Viele Thais zögern, sich in politische Debatten einzumischen, und oft werden sie in dieser Zurückhaltung motiviert, weil sie davon überzeugt sind, eine aggressive Debatte bringt „schlechtes Karma“ für alle Teilnehmer. Dies erklärt auch, weshalb so viele Thais sich schnell (für einige Zeit) mit einer Diktatur abfinden, so wie der Diktator Sarit (zum Erstaunen vieler europäischer Journalisten) ziemlich beliebt war.

    Es wird wohl nach einiger Zeit eine steigende Zahl von Thais geben, die eine Rückkehr zu einem demokratischen System bevorzugen, aber einen öffentliche Aufruhr gegen das proklamierte vorläufige Grundgesetz bleibt aus.

    BJT

  16. Walter Roth says:

    Da das Netz gerade mal funzt…

    Blum…,

    wahrscheinlich im Gegensatz zu ihnen hatte ich einmal die Möglichkeit, ein vom Rechnungshof in Thailand ausgefertigtes Originaldokument einzusehen. Darin ging es um die Beschaffung der 100 BTR Schützenpanzer aus der Ukraine.

    Diese Panzer stammten aus der Hinterlassenschaft der Sowjetunion und waren zum. Zeitpunkt des Kaufs durch Thailand bereits an die 30 Jahre alt. Diese Panzer wurden mit deutschen Motoren und neuen Waffen nachgerüstet, oder besser gesagt, neu instand gestellt.

    So etwas ist auf dem internationalen Markt für einige zehntausend Dollar zu haben. Thailand beschaffte diese als Neuware zum drei- bis fünffach überhöhten Preis. Bei diesen Geschäft flossen zwischen 50 und 70 Prozent der Mittel in die Taschen der korrupten thailändischen Generäle, und zwar explizit in diejenige Prayuth Chan-ochas und Anupong Paochindas, denn sie waren die zuständigen Armeechefs zur Zeit der Beschaffung und sind es noch.

    Da nun aber der thailändische Staat über diese Mittel verfügen müsste, wurde die Beschaffung vom Rechnungshof kontrolliert, wobei dem Beamten sofort die Unstimmigkeiten auffielen. Das wurde in jenem Dokument beschrieben, was allerdings nie irgendeine Folge zeitigte.

    Es wurde nicht diskutiert und auch nicht in der thailändischen Presse verbreitet. Die Armee ist in Thailand nur unter grösstem Risiko kritisierbar, sie steht über allem und das gilt sogar für augenscheinlichste Fälle von Korruption.

    In den Augen vieler Thais wird allgemein die Polizei und das Landamt als führend bei der Korruption wahrgenommen, aber nur deshalb, weil jeder Thai mit diesen Institutionen in Kontakt kommt, vor allem mit der Polizei.

    Bei der Polizeilichen Korruption handelt es sich aber überwiegend um kleines „Tagesgeschäft“, auch wenn ich das nicht für alle Bereiche kleinreden will. Die Armee spielt jedoch in einer ganz anderen Liga, sie hat eigene Firmen, Beteiligungen, und riesige Flächen an Land, welches völlig intransparent verwaltet, verschenkt und verkauft wird. Außerdem beschaffen sie sich Mittel, in dem sie minderwertiges Material kaufen und dabei exorbitante Summen abzweigen.

    Die Firma, die die ukrainischen Panzer liefern sollte, ist übrigens zwischenzeitlich in Konkurs gegangen. Laut meinen Informationen waren aber die Panzer zuvor nur teilweise ausgeliefert worden. Es stellt sich nun die Frage, erhalten die Thais den Rest noch, oder sind da nur die Gelder umverteilt worden, aber das Resultat bleibt aussen vor?

    Nun, da Prayuth inzwischen absolute Macht ausübt, werden wir die Details zu der Sache wohl nie mehr erfahren.

    Das, Blum, ist nur eine der unzähligen Schmierenkomödien dieser unprofessionellen Armee, deren Chef nun das ganze Land in Händen hält. Was aber besonders „unschön“ ist, das ist der Umstand, daß Ausländer wie Sie auch noch allen Ernstes der Welt erzählen wollen, daß dieser Misthaufen auch noch gegen Korruption vorgehen würde. Das ist in etwa dasselbe, wie wenn man den einen Mafiaclan als Unterstützer von Recht und Ordnung ausgeben würde, nur weil er alle Mitglieder der Konkurrenz ausschaltet.

  17. Walter Roth says:

    Noch einmal zum Buddhismus.

    Ich habe derzeit (auf Reise) mit ständigen Netzausfällen zu kämpfen und komme nicht dazu, meine Kommentare noch einmal nachzulesen usw. Ich bitte deshalb um etwas Nachsicht. Zudem schreibe ich sie gerade von dem mir noch ungewohnten Tablet-PC aus.

    Was mich allgemein am Buddhismus unter anderem interessiert, sind die wenig bekannten, versteckten Gedanken zur „Weltherrschaft des Buddhismus“ wie er in einigen Quellen aufgezeigt wird, zum Beispiel für den tibetischen Buddhismus. Dann existieren im Buddhismus auch allerlei Dinge bezüglich der Sexualität usw, die mir als Laie ebenfalls recht unverständlich sind.

    Leider haben ich gerade keinen Zugriff auf meine Links, weshalb das hier nur Andeutung bleiben muss.

    Auch muss ich hinzufügen das ich selber mich im mindesten als Agnostiker, wenn nicht sogar als Atheist betrachte. Meine Frau ist allerdings Buddhistin und lebt das auch ganz selbstverständlich. Agnostiker auch deshalb, weil es mir fern liegt sie darin irgendwie zu beeinflussen, gerade auch weil ich natürlich nicht im Besitze der letztendlichen Erkenntnis bin. Ich habe einige Freunde die sehr religiös sind, für mich nichts Negatives. Nun ja, ich werde später einmal den Fäden hier wiederaufnehmen…

    Gruss Walter Roth

  18. Frank Fischer says:

    Als Agnostiker (Hallo Herr Roth) sehe ich mich in der glücklichen Lage, Religionen unvoreingenommen und ohne Scheuklappen betrachten zu können.

    Der ganze sog. „thailändische Buddhismus“ ist mir etwas suspekt, hat er doch mittlerweile wenig mit dem originalen Buddhismus zu tun. Also kaum Unterschied zum dem Katholizismus, der wenig mit den Leben und Lehren Christis zu tun hat.

    Zusätzlich zu den oben angeführten Elementen Buddhistismus, Brahmanismus und Animistismus wird jetzt noch hemmungsloser Kapitalismus mit hineingeflochten. Mönche mit iPhone oder iPad (andere Marken sind fürs gemeine Volk) trifft man ständig, eine AirCon macht das spartanische Leben doch gleich viel angenehmer. Einen Kaffee im Restaurant genießen und selbst bar bezahlen? Kein Problem für den modernen Mönch von heute.

    Du möchtest ein paar glückspendende Sprüche vom Mönch aufgeschrieben haben? Wird gemacht, nur spende mal einen Füllfederhalter. Nicht irgendeinen, ein Montblanc sollte es schon sein.

    Gruß Frank Fischer

  19. Walter Roth says:

    Herr Fischer…

    Agnostiker, wenn nicht Atheist, das bin ich auch, so gesehen kann ich das Thema auch mit Abstand betrachten. Meine Frau ist Buddhistin und diese Lehren sind integraler Bestandteil ihres Lebens, aber sie nimmt es einfach als einen Leitfaden für das Leben eines menschlicheren Lebens, sie seziert und analysiert ihn nicht. Das wiederum kann ich nicht negativ sehen, auch wenn ich nicht glaube, so würde ich doch nichts tun, um sie davon abzubringen oder gar ihre Gedankenwelt als negativer als die Meine darzustellen.

    Darum passt Agnostiker wohl auch zu mir.

    Agnostiker schliessen das, was sie nicht Beweisen können, ja nicht grundsätzlich aus.

    Was ich bei den Besuchen im Dorf der Grosseltern meiner Frau so spezielles erlebe, das nehme ich als Teil der Kultur war … die eben nicht vom Buddhismus zu trennen ist. Ich bin ja auch immer Tourist wenn ich Thailand besuche, und so gesehen sind das schon besondere Momente. Dinge die ich in den Filmen und Büchern von Afrikaforschern vor 30 Jahren sah oder las und von denen ich einmal dachte, das es sie bald nicht mehr geben würde. In Thailand werden sie noch gelebt.

    Ich finde, es wäre sehr schade wenn sie diese Eigenheiten aufgeben würden, denn sie stiften Heimatgefühl und Verbundenheit, eigentlich sind diese Dinge Teil von etwas, was wir in Europa gerade abschaffen wollen. Das tun wir unter Stichworten wie Gender, Multikulti usw. und mit dem Import von Ausländern, insbesondere denen, die den Islam mitbringen. Und die Linken fördern das damit, dass jeder Fehler, der in Europa einmal gemacht wurde, auch immer als ein Fehler des Christentums dargestellt wird. Geht es um Folter, so wird der Hexenhammer vorgebracht, denn der wurde von einem Mönch verfasst. Schon war es die Kirche die das Foltern zum Standard machte. Dass in Italien nur wenig solches geschah, weil dort die katholische Kirche sehr direkten Einfluss hatte, das lässt man aussen vor.

    Thailand sollte sich den Buddhismus unbedingt erhalten, denn diesen brauchen sie um längerfristig, um gegen den Islam bestehen zu können. Die heute weitgehend fehlenden christlichen Kirchen bei uns, die sind ein wichtiger Teil des „möglichen Untergangs“ durch den von Links gewollten und geförderten Kulturrelativismuss bei uns in Europa.

    Das ist auch ein Grund warum ich viele Religionen als etwas Gutes ansehe, auch wenn ich selber deswegen nicht Glaube. Böse Zungen sagen, das sei Zweckopportunismus…..(((-:

    Tja, die „Louis-Vuitton-Mönche“, die werden oft sogar bewundert, wenn auch eher von denjenigen Thais, die wenig Buddhistisch gebildet sind. Diese Menschen glauben sogar, dass solche Mönche eben auch sehr clever seien, denn die haben oft Spender, die reich sind und fest an deren „Vorhersage“-Talente glauben, denn sonst würden die ja nicht so reich wenn sie es nicht wirklich könnten, das Vorhersagen oder anderes…

    Aber die Thais sind eben keine hartgesottenen Ideologen, was mit dem Buddhismus sicher auch begründet werden könnte. Sie wenden sich einfach von einem Mönch ab, wenn er sich nicht konform verhält, tun aber nicht mehr, während wie Europäer diese Dinge regeln würden. Auf dem Dorf meiner Verwandten dort gibt es solche Dinge nicht. Dort sind die Mönche auch nicht mehr ganz schlank das wohl, aber sie leben ohne Klimaanlage und sie haben fast jeden Tag Termine, ja sie sind eigentlich zu wenige Mönche für die Bedürfnisse der Menschen dort.

    Die Buddhistischen Institutionen in Bangkok versuchen, aus dem ländlichen Raum Gelder nach Bangkok abzuzweigen. Das sehen die Thais sehr wohl. Buddhismus wurde unter König Bhumibol zu einem Geschäft wie nie zuvor. Aber auf dem Land fliessen weit weniger Gelder ins Kloster und ich habe solche gesehen, die nur gerade von einem einzigen Mönch noch irgendwie am Leben gehalten werden.

    Also es gibt sie noch und vielleicht in Zukunft auch einmal wieder mehr: Mönche von der „echten“ Sorte. Wahrscheinlich meist dort, wo die Menschen einfach oder Arm sind und kein Geld für Extravaganzen da ist.

  20. Bernd Blum says:

    Muu 1, 13.09.2014

    Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Prof. Terwiel,

    ich hab mir dieser Tage den Tonmitschnitt vom workshop 1 – Thailand am Scheideweg – vom 8. Juli 2010 unter der internetadresse
    https://www.asaf.hu-berlin.de/southeastasia/history/studygroups/thailand/workshop1 angehoert.
    Mich würde sehr Ihre Meinung interessieren, ob Sie die damalige Einstellung der Teilnehmer im workshop vom 8.7.2010 zur heutigen Entwicklung der thailändischen Situation als realistisch ansehen, welche Prognosen sich erfüllt haben oder welche Prognosen korrigiert werden sollten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Blum

  21. Bernd Blum says:

    Humor ist, wenn man trotzdem lacht:
    gesehen im Wochenblitz am 13.09.2014
    Freundliche Grüße, auch an Herrn Prof. Terwiel
    Bernd Blum
    Anhang
    Wochenblitz, IHRE DEUTSCHSPRACHIGE ZEITUNG FÜR THAILAND, 13.09.2014

    Feng-Shui kann Geister nicht verschrecken

    Bangkok – Ein Beamter meldete, er habe am 10. September gegen 18 Uhr einen Geist im Nari-Samsorn-Gebäude des Regierungssitzes gesehen – nur wenige Tage nach einer Reihe von Ritualen, mit denen die Geister gnädig gestimmt werden sollten.
    Der 60 Jahre alte Beamte, der für die Soundanlage im Konferenzzimmer des Gebäudes zuständig ist, sagte, er wollte gerade gehen, als er eine Frau sah, die den Boden wischte.
    (Bild vom Nari-Samsorn-Gebäude des Regierungssitzes)
    Geister im Regierungssitz?
    „Arbeiten Sie hier noch?“ fragte er. „Ich werde jetzt gehen. Wenn Sie fertig sind, verschließen Sie die Tür.“ Der Beamte war davon ausgegangen, dass die Frau Hausmeisterin ist. Aber weshalb sollte sie dann um diese Zeit den Boden reinigen, fragte er sich. Die Frau sei dann zu einer Tür gegangen und vor den Augen des Beamten spurlos verschwunden.
    Wenn sie ein Mensch gewesen wäre, erinnerte sich der Beamte, dann hätte die Tür ein Geräusch gemacht. Er sei daher sicher, dass es sich um einen Geist gehandelt habe.
    Einige Tage zuvor gab es mehrere Rituale, die die Geister besänftigen sollten. Ferner wurde ein Feng-Shui-Experte für die Innenausstattung der Gebäude zu Rate gezogen

  22. Pingback: Geister, Amulette, Zauber, Brahmanen und Hindu-Götter: Was ist eigentlich "Thai-Buddhismus"? - ThailandTIP

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